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Die Haptik als Entwicklungsvermögen der Selbst-Bildung und der Gestalt – Entwicklung
Eine grundlegende Möglichkeit, die sich Erwachsenen bei der Arbeit am Tonfeld® bietet, besteht darin: Einsicht zu gewinnen in die Gestalt des eigenen Handelns und in die Strukturen des eigenen Beziehens zu sich selbst und zum dinglichen und sozialen Anderen.
Grundlegendes Medium und Instrument dieses Vermögens liegt in der Haptik.
Mit der Haptik repräsentiert und erschafft sich ein Mensch seinen inneren und äußeren Weltbezug und sein Handlungsfeld. Im Arbeiten am Tonfeld eröffnet er sich den Entwicklungsweg seiner individuellen Welterfahrung und seiner Selbstgestaltung als einander ergänzende Daseinsäußerungen.
Indem ein Mensch etwas ihm Gegenüberstehendes, hier das bildbare Material, ergreift, ergreift er sich zugleich selbst in einem umfassenden Sinne: hier und jetzt, aber zugleich auch in seiner leiblich präsenten, biographischen Dimension. Er erfasst sich leibhaftig selbst in seinem haptischen Tun und beginnt sich darin auch selbst als aktuelles und als geschichtliches Wesen zu begreifen und zu verwirklichen.
Im haptischen Umgang mit der Welt – und hier an einem experimentellen Tonfeld - gewinnt ein Mensch Einsicht in die Bedingungen seines Handelns und in die Möglichkeiten seiner Auseinandersetzung, seiner Selbstgestaltung und seiner Bewusstwerdung. Das leibhaftige Potential der haptischen Selbstorganisation ist gleichsam der Rohstoff der Selbstgestaltung.
Indem ein Mensch das ihm Gegenüberstehende wahrnimmt und bewegt, wird er im Umgang von diesem haptischen und ganzleiblich wirksamen Dasein selbst bewegt: er bringt sich und die Welt in Bewegung und Wahrnehmung in jedem gestaltenden Akt erneut hervor.
In seinem Umgang mit dem Gegenüber gewinnt ein Mensch sich selbst, in seiner Handlung tritt er zu sich selbst als ein bewegter, schöpferischer Mensch hervor.
Die Vitalität dieser Lebensbewegung braucht zu ihrer Gestaltung ein DU, ein wahr-nehmendes Gegenüber, eine Begleitung.
Begleiten in der Arbeit am Tonfeld® heißt also einerseits, sich in dem Feld der haptischen Entwicklungsdynamik und in den Strukturen der haptischen Selbstge-staltung und Welterfahrung selbst leibhaftig auszukennen.
Andererseits braucht der begleitende Mensch eine innere „Landkarte“ von Entfaltungsmöglichkeiten in Handlung, Beziehung und Gestaltung.
Er braucht darin eine struktursichere Orientierung, um einem Menschen, der am Tonfeld mit seinem haptischen Vermögen arbeitet, ein kompetentes Geleit bei seiner Suche nach Verwirklichung seiner Entwicklungsbedürfnisse zu eröffnen.
Die Ausbildung zur Begleitung Erwachsener in der Arbeit am Tonfeld®
hat deshalb folgende zwei einander ergänzende Facetten:
- Die Entfaltung eines phänomenologischen Blicks auf haptische Prozesse
und dabei den Erwerb von Strukturprinzipen, die dem haptischen Vermögen
in Handlung und Beziehung zugrunde liegen
- Eine praktische Selbsterfahrung in der Begleitung am Tonfeld, mit der die
Fähigkeit zur einer leiblichen Resonanzbasis gebildet und entfaltet wird.
Praxis und Theorie der Begleitung
Der im Folgenden beschriebene Aufbaukurs schließt an den Kurs zur Begleitung von Kindern an und setzt diesen voraus.
Der Kurs zur Begleitung Erwachsener setzt sich aus folgenden Elementen zusammen:
1. 7 Ausbildungsseminare am Institut für Haptische Gestaltbildung-Nord
(siehe folgende Ausschreibung)
2. 1 Seminar bei Prof. Heinz Deuser am Institut Hinterzarten
3. Supervisionszeit mit 2 Vertiefungsseminaren
4. Schriftliche oder mündliche Abschlussarbeit in Form einer Fallpräsentation
Termin: Beginn vorauss. Frühjahr 2014
1. Kurswochenende
Die spezifische Ausrichtung der Arbeit Erwachsener am Tonfeld, Unterscheidung zur Arbeit mit Kindern.
Die Funktion des Setting und der Begleitung.
Die Möglichkeiten des Erwerbs: Bewegung in den Sinnen und Bewegtheit durch die Sinne, Selbstwahrnehmung, Beziehungswandlung und Bewusstheit.
Erste Übungen der Begleitung Erwachsener am Tonfeld: haptische Entfaltungen und Prozessgeschehen (Filmbeispiele)
2. Kurswochenende
Strukturen haptischer Entfaltung in der Arbeit Erwachsener; Aktualgenese der Gestaltbildung und Phänomene der Beziehungsentwicklung. Das Phänomen der Entscheidung zur eigenen Entwicklung. Zusammenhang von Handlung, Gestaltung und Beziehung. Gestaltkreis von Bedingung und Möglichkeit.
Übungen haptischer Phänomene und Begleitung Erwachsener am Tonfeld.
3. Kurswochenende
Anfangsbewegungen, Beziehungs-/Handlungsgeschehen und Schlussgestalt: Stadien und Strukturbildungen im Handlungs- und Beziehungsbogen in der AaT®. Umgang mit dem Anderen, Umgang mit sich Selbst. Funktion der Begleitung und Rolle der Intervention im haptischen Entfaltungsgeschehen und der Gestaltbildung.
Übung in der Begleitung Erwachsener am Tonfeld.
4. Kurswochenende
Der Leib als Organ der Resonanz in der Begleitung: leibliches Wahrnehmen in Begegnung und Gestaltung; sensorisch-motorischer Spürsinn
Übungsseminar zur Begleitung.
5. Kurswochenende
Phasen der Gestaltbildung: Einheit von Bewegung und Wahrnehmung. Der Gestaltkreis von Bewegungsgestalten und Wahrnehmungsgestalten. Bilder der haptischen Entfaltung, Bilder der Beziehung, Bilder der Handlung, Bilder der Wandlung.
Übung in der Begleitung Erwachsener am Tonfeld.
6. Kurswochenende
Das leere Feld, die Überschreitung der Gegenüberstellung; Krise und Entscheidung zur Wandlung. Die ReGenerierung der leiblich gestützten Selbstwahrnehmung und Präsenz; die Entfaltung des Eigenen in Handlung und Beziehung; die polare Einheit von Bedingung und Möglichkeit; die Versöhnung in den Gegensätzen.
Übung in der Begleitung Erwachsener am Tonfeld.
7. Kurswochenende und Abschluss
Schlussgespräch: schöpferische Rekonstruktion des Handlungs- ,Beziehungs- und
Gestaltungsgeschehens. Die Funktion des Begleitenden.
Übungen zur Begleitung, Intervention und der Gestaltung des Schlussgesprächs in
der Arbeit am Tonfeld®; Präsentation von eigener Begleitungspraxis.
8. Seminar bei Prof. Heinz Deuser, Teil der Ausbildung
Supervision und Vertiefungsthema in inhaltlich freier Wahl,
Termine nach dem Kursprogramm Prof. H. Deuser, Hinterzarten
Dem Kursjahr folgt die Supervisionszeit
Diese umfasst:
1. Präsentation von Begleitungen am Tonfeld (Filmdokumentation), insgesamt
mindestens 1O verschiedene Falleinheiten und Teilnahme an mindestens 20
Supervisionsstunden ( Einzelsupervision oder Gruppensupervision).
2. Teilnahme an zwei Vertiefungsseminaren in der Supervisionszeit aus dem
Angebot des Instituts Bremen/Lüneburg, oder an den anderen Ausbildungs-
Instituten.
Das Zertifikat zur Begleitung Erwachsener wird erteilt, wenn:
die erforderlichen Seminare am Institut für Haptische Gestaltbildung – Nord,
das Seminar bei Prof. Heinz Deuser,
die erforderlichenEinzelstunden (10)
die Supervisionszeit mit den Vertiefungsseminaren und
die Falldokumentation abgeschlossen sind.
Die Beantragung des Zertifikats erfolgt
über das Institut für Haptische Gestaltbildung – Nord,
Umfang/Dauer
Die Fortbildung besteht aus zwei Einheiten.
Das Angebot umfasst ein Ausbildungsjahr und ein Anerkennungsjahr (Supervision).
Der Aufbaukurs:
Insgesamt bietet das Institut für den Aufbaukurs 5 WE und 2 Vier-Tage-Seminare an;
Dazu kommt ein Anerkennungsjahr: Supervision und 2 Vertiefungsseminare. Deren Inhalte werden in Abstimmung mit den Bedürfnissen der Gruppe angeboten.
Die Teilnahme an einem Fünf-Tagesseminar von Prof. Heinz Deuser kann im Rahmen des Aufbau - Ausbildungsjahres bzw. im Anerkennungsjahr in Hinterzarten stattfinden.
Der Aufbaukurs berechtigt zur selbständigen Begleitung von Erwachsenen in der Arbeit am Tonfeld®.
Unterrichtszeiten:
Wochenendseminare:
Fr. 17.30h – 21.00h
Sa. 9.30h – 13.00h und 15.00h – 18.30h
So. 9.30h – 13.00h
4-Tage Seminare
Do. 17.30h – 21.00h
Fr. 9.30h – 13.00h und 15.00h – 18.30h
Sa. 9.30h – 13.00h und 15.00h – 18.30h
So. 9.30h – 13.00h
Ort der Fortbildung: Bremen
Anmeldungen
Institut für Gestaltbildung –Nord, Bremen
Dr. Anna Dorothea Brockmann
Fesenfeld 107, 28203 Bremen
Email: a.d.brockmann@web.de
Beginn geplant für 2013 in Lüneburg
Eine Ausbildung zur Supervision in der Arbeit am Tonfeld® als professionelle Arbeit beinhaltet mehrere Facetten.
Die Fähigkeit zu einer strukturgeleiteten Supervision als Grundvoraussetzung zur Einordnung der Arbeit in Handlungsaufbau bzw. in Beziehungsentfaltung.
Die Fähigkeit zum Erkennen des vorgetragenen Entwicklungsanspruches und des Entwicklungsbedürfnisses aus dem Haptischen Aufbau.
Die Fähigkeit zum Erkennen der Einbettung des Prozesses in die biographische Geschichte des Subjektes
Die Fähigkeit zur Balance zwischen Empathie gegenüber dem am Tonfeld Begleitenden und professioneller Nüchternheit, - also die Balance zwischen ontischer und pathischer Haltung in der Supervision.
Inhaltlicher Aufbau
Der Aufbau der Ausbildung zur Supervision in der AaT richtet sich an den Inhalten der Grundausbildung aus. Dazu gehört die Supervision der Strukturen des Handlungs- und Beziehungsaufbaues am Tonfeld sowie der Beziehung zwischen Klient und Begleitung. Jedes Thema wird an einem Wochenende behandelt. Begleitend findet eine Aktualisierung und Vertiefung der Grundlagen zur haptischen Entfaltung statt. Übungen in gegenseitiger begleitender Beobachtung und anhand von Film-Material bilden den Praxis - Anteil.
Zur Ausbildung gehört eigene Praxis von Supervision und Intervision zwischen den Seminareinheiten.
Die inhaltliche Seminarfolge:
Den Kurs-Teilnehmenden werden Arbeitsmaterialien zur Verfügung gestellt.
1. Seminar
Strukturen der haptischen Entwicklung (Überblick)
Nachvollziehende Übungen anhand von Film-Material aus eigener Praxis
Bedürfnisanalyse und Rekonstruktion der haptischen Entfaltung
Die haptische Rückversicherung in der Arbeit am Tonfeld®
Tabellen: ReGenerierung und Objektivierung im Handlungsprozess
Bedürfnisanalyse und haptische Diagnostik
Beginn der Übung von Supervision anhand von Film-Material
2. Seminar
Anfangsbewegungen und Diagnostische Schlüssel in der Arbeit von Kindern und Jugendlichen; Handlungsaufbau und haptische Entfaltung
Tabellen: Lebens– und Handlungssituationen
Realisationen im Handlungsprozess von Kindern und Jugendlichen
Anfangsbewegungen und Schlussgestalten; die Rekonstruktion in den Arbeiten Erwachsener
Tabellen: Stadien der Gestaltbildung:
Aktualgenetische und individualgenetische Erfahrungssituationen
Supervisionsübungen (Kinder/Erwachsene) anhand von Film-Material
3. Seminar
Beziehungsentfaltung; Zusammenhang von Bildaufbau in der Arbeit von Kindern; Konstrukte und deren Begleitung.
Tabelle: Phänomenologien und Bedürfnisse im Aufbau kindlicher Entwicklung
Entwicklungsstadien in der Arbeit Erwachsener; die Kriterien erfüllter Gestaltbildung
Tabellen: Regenerierung und Objektivierung im Handlungsprozess
Die Phasen der Gestaltbildung: Verwirklichung der und Einsicht in die
Beziehungserfahrung
Schöpferische ReKonstruktion: von Erlebnis und Entwicklung in den
Gestaltbildungen
4. Seminar
Die Funktion und die Rolle der Begleitenden in der Arbeit am Tonfeld®
Handlungsaufbau: Übergänge und begleitende Interventionen
Beziehungsentfaltung und begleitende Interventionen
Die Funktion der Supervision: Rekonstruktion in Handlung und Beziehung;
Beziehungsanalyse der Begleitung: Begründung von Interventionen
Tabelle: Prozess und Begleitung in der Arbeit am Tonfeld®:
5. und 6. Seminar
Präsentation von eigener Supervisionspraxis in der Gruppe
Arbeitsgruppen zur gegenseitigen Intervision
Kurze schriftliche Zusammenfassung: Begründung und Inhalte von eigener
Supervision in der Arbeit am Tonfeld®
Umfang/Dauer der Kurse
Dauer: Das Angebot des Instituts für Haptische Gestaltbildung-Nord umfasst für die Fortbildung sechs Wochenenden im Zeitraum eines Jahres.
Die Ausbildung zur Supervision in der AaT berechtigt zur selbständigen Supervision der Begleitung von Kindern/Jugendlichen bzw. Erwachsenen in der Arbeit am Tonfeld®.
Termine: Geplant für 2013 in Lüneburg
Unterrichtszeiten:
Fr. 17.30h – 21.00h
Sa. 9.30h – 13.00h und 15.00h – 18.30h
So. 9.30h – 13.00h
Ort der Weiterbildung: Institut für Haptische Gestaltbildung - Nord, Lüneburg